Vom schädlichen Abgas zur Ressource

Im Rahmen eines Sparkling Science Projektes der Montanuniversität Leoben entwickeln Tiroler Schüler und Schülerinnen einen Reaktor zur Umwandlung von CO2 in Methanol.

Seit März 2023 arbeiten Schüler*innen der HTL Kramsach an einem Reaktor, der das Treibhausgas CO2 in grünes Methanol umwandeln soll. Damit sind sie Teil eines größeren Forschungsprojekts unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christoph Rameshan vom Lehrstuhl für Physikalische Chemie der Montanuniversität Leoben in Zusammenarbeit mit der PH Tirol und Tiroler Schulen. Ziel dieses Projekts ist es, durch Umwandlung von schädlichem CO2, chemische Grundstoffe, wie Methanol oder sogenannte E-Fuels nachhaltig herzustellen. Bis zum Herbst wird der Reaktor fertiggestellt. E-Fuels sind Treibstoffe, die aus CO2, grünem Wasserstoff und mit Hilfe von erneuerbaren Energien entstehen,

Gemeinsam mit HTL-Schüler*innen ab der 10. Schulstufe sowie involvierten Citizen Scientists wird an der Etablierung eines geschlossenen CO2-Kreislaufs gearbeitet. Mit dem Projekt soll möglichst vielen Personen eine aktive Teilhabe auf dem Weg in eine CO2-neutrale Zukunft zukommen.

Rameshan unterstreicht in seinem Statement: „Um die ambitionierten Klimaziele der EU erreichen zu können – also eine Einsparung von Treibhausgasen von 55 Prozent bis 2030 – ist es nötig, den CO2-Ausstoß aktiv zu senken. Mit der Verwertung von CO2 aus Abgasströmen kann ein signifikanter Beitrag geleistet werden, direkt dort anzusetzen, wo das CO2 ansonsten in die Atmosphäre entweichen würde.“ Auf Basis der Modellprozesse, die gemeinsam mit den Schüler*innen an der HTL Kramsach, Glas und Chemie erarbeitet werden, sollen in  Zukunft weitere Pilotanlagen in der heimischen Industrie realisiert werden. „Das Interesse aus der Industrie ist enorm. Hier gibt es bereits großes Umdenken, nur die Lösungen fehlen noch. Die vorherrschende Meinung ist meist: Das funktioniert nicht oder ist nicht rentabel. Hier möchten wir einen großen Beitrag zur Aufklärung leisten. Das macht unser Projekt so wichtig“, so Projektleiter Christoph Rameshan.

Ein zweites wichtiges Ziel des Projekts ist es, ein öffentliches Bewusstsein für die CO2-Problematik zu schaffen: Dazu arbeitet die HTL Bau und Design Innsbruck als weiterer Projektpartner an der Entwicklung von informativen Graphiken sowie der Visualisierung von Forschungsergebnissen. Außerdem läuft derzeit ein Workshop an der Montanuniversität für interessierte Schüler*innen aus ganz Österreich, in dem konkrete Problemstellung ausgearbeitet werden.

 

Weitere Infos:

Univ.-Prof. Dr. Christoph Rameshan
Lehrstuhl für Physikalische Chemie
Montanuniversität Leoben
Telefon: +43 3842 402 -4800
E-Mail:

https://www.sparklingscience.at/de/show-project.html?--typo3_neos_nodetypes-page[id]=1320

HTL Schüler*innen im Labor

Die Schüler*innen der HTL Kramsach, Glas und Chemie, sind mit vollem Einsatz dabei. Ein Projekt für reale Bedarfe aus der Industrie zu entwickeln, und dazu beizutragen, den Klimawandel einzudämmen, empfinden die Schüler*innen mehrheitlich als höchst motivierend. (Copyright PH Tirol/Roner)

Projektteam bestehend aus Harald Lorenz (HTL Kramsach, PH Tirol), Patrizia Bartl (PH Tirol) und Projektleiter Christoph Rameshan (Montanuni Leoben)

Projektteam v.l.: Harald Lorenz (HTL Kramsach, PH Tirol), Patrizia Bartl (PH Tirol) und Projektleiter Christoph Rameshan (Montanuni Leoben). (Copyright PH Tirol/Roner)

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