Montanuniversität als Vorreiter für Knowledge Alliances in Europa
Die Strategie Europa 2020 und ihre Leitinitiativen stellen die Bemühungen der Union in den Mittelpunkt, intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu schaffen. Bildung, insbesondere Hochschulbildung, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Europa verfügt über hochqualifizierten Arbeitskräfte und Unternehmer, um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern und die Möglichkeiten der Wissensgesellschaft zu nutzen.
Der Montanuniversität Leoben ist es mit ihrer Projektidee „E-nspiration“ gelungen, von der Europäischen Commission die Finanzierung für einen „Knowledge Allicance“- Piloten zu erlangen. „Wir sind stolz darauf, dass wir uns mit unserem Projektvorschlag gegen weitere 100 Anträge durchsetzen konnten und durch die EU Förderung nun in der Lage sind, einen europäischen Prototypen für Wissensallianzen zu entwickeln“, so die Projektkoordinatorin Dr. Brigitte Kriszt vom Außeninstitut der Montanuniversität.
Neues Ausbildungsnetzwerk
Der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Deshalb hat die Europäische Kommission eine Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft in Europa gestartet. Neben einer Plattform, dem 'Forum Hochschule – Wirtschaft', die den Austausch und das gegenseitige Lernen zwischen den Akteuren auf europäischer Ebene unterstützt, wurde eine Pilotmaßnahme initiiert, die Wissensallianzen (Knowledge Alliances) fördern. Diese Allianzen sollen unter anderem zur Entwicklung neuer und innovativer Lehr- und Lernmethoden beitragen, sie sollen unternehmerisches Denken und Handeln fördern, und die Erzeugung neuer Ideen und deren Umsetzung stimulieren.
Zentrale Idee der Wissensallianz E-nspiration ist es, ein Ausbildungsprogramm für Energiemangement und -technologie zu entwickeln, indem moderne Web-basierte Lernmethoden zur Anwendung kommen. Dies ermöglicht erstmals in diesem Fachgebiet, dass sich im Berufsleben stehende Personen, mit Studierenden und Lehrenden in internationalen virtuellen Teams zusammenzuschließen.
„Das Ziel von E-nspiration ist es, ein Ausbildungsnetzwerk für energieintensive Branchen, wie die Eisen- und Stahl- oder Papier- und Zellstoffindustrie aufzubauen, das europaweit sowohl jungen Menschen als auch erfahrenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Unternehmen Wissen über Energieeinsparungspotenziale vermittelt. Dies wird für die zukünftige europäische Entwicklung von energieeffizienten und sauberen Technologien bestimmend sein“, ist die Einschätzung von Univ.-Prof. Harald Raupenstrauch, Themenverantwortlicher der Montanuniversität für Energietechnik und Studiengangsbeauftragter des Studiums Industrielle Energieenergietechnik an der Montanuniversität.
Austausch und Wissensermittlung, die Bearbeitung von gemeinsamen kleinen Projekten zählen als Nährboden für Innovation. „Für die Unternehmen der energieintensiven Branchen wie Metallurgie oder Papiererzeugung eröffnen sich durch E-nspiration neue Wege für die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Belegschaft“, so Dr. Bruno Hribernik Geschäftsführer der ASMET, die bereits mehr als 100 österreichische interessierte Unternehmen vernetzt.
Der Wissensallianz E-spiration gehören elf europäische Partner aus den Ländern Österreich Schweden, Deutschland und Slowakei an. „Das kontinuierliche Wachstum des Partnernetzwerkes bildet eine zentrale Rolle, um das heute verfügbare Wissen in zukunftsfähige Technologien überzuführen“, sieht Univ.-Prof. Lars Nilsson, Karlstad University Schweden als Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Wissensallianz und lädt schon heute Interessenten aus ganz Europa ein, sich der Wissensallianz anzuschließen.
In Zukunft mehr Förderungen
Zwei Pilotaufrufe für „Knowledge Alliances“ mit einem Finanzvolumen von jeweils 1 Million Euro wurden bisher durchgeführt. Das Interesse an diesen Aufrufen übertraf alle Erwartungen. 2011 wurden 94 Projektvorschläge eingereicht, und 2012 sogar 103. Aufgrund der begrenzten Mittel, konnten nur jeweils drei Projekte gefördert werden. Allerdings sollte sich das in Zukunft ändern. Der Vorschlag der Kommission für das europäische Bildungsprogramms (2014-2020), "Erasmus für Alle", beinhaltet eine spezielle Aktionslinie "Wissensallianzen" mit einer vorgeschlagenen Mittelausstattung von 175 Millionen Euro für die 7-jährige Laufzeit. Dies würde die Förderung einer angemessenen Anzahl von Wissensallianzen ermöglichen und dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft in Europa voranzubringen.
Kontakt: Dr. Brigitte Kriszt